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08.04.2020

Weniger Luftverschmutzung in Europa durch Coronavirus- Lockdown

Neue Bilder des Copernicus-Satelliten Sentinel-5P zeigen einen starken Rückgang der Stickstoffdioxid-Konzentrationen über mehreren Großstädten in Europa - darunter in Paris, Madrid und Rom.

modified Copernicus Sentinel data

Die Satellitenbilder veranschaulichen die Stickstoffdioxid-Konzentrationen vom 14. bis 25. März 2020 im Vergleich zum Monatsdurchschnitt der Werte seit 2019.


 

COVID-19 hat sich rasch ausgebreitet - weltweit sind 170 Länder mit mehr als 530.000 bestätigten Fällen betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den Ausbruch des Coronavirus zu einer globalen Pandemie erklärt und berichtet seitdem von einer schnellen Ausbreitung.

Um die weitere Zunahme von COVID-19-Infektionen einzudämmen, ergreifen Länder auf der ganzen Welt ungewöhnlich strenge Maßnahmen - Städte und sogar ganze Länder werden isoliert.

Mit Hilfe des Copernicus-Satelliten Sentinel-5P wurde kürzlich die Luftverunreinigung in Europa und China erfasst und ein signifikanter Rückgang der Stickstoffdioxid-Konzentration festgestellt - parallel zu den strengen Isolierungsmaßnahmen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Königlich-Niederländisches Meteorologisches Institut (KNMI) nutzen diese Daten, um sowohl das Wetter als auch die Umweltverschmutzung über Europa zu überwachen.

Die neuen Daten belegen einen starken Rückgang der Stickstoffdioxid-Konzentrationen in den Großstädten in ganz Europa - insbesondere in Mailand, Paris und Madrid.

Die Satellitenbilder veranschaulichen die Stickstoffdioxid-Konzentrationen vom 14. bis 25. März 2020 im Vergleich zum Monatsdurchschnitt der Werte seit 2019.

Henk Eskes (KNMI) erläutert, aus welchem Grund diese Daten gewählt wurden: "Die Stickstoffdioxid-Konzentrationen variieren infolge von Wetterschwankungen täglich. Aus den Daten eines einzigen Tages können somit keine eindeutigen Aussagen getroffen werden."

"Indem wir Daten eines bestimmten Zeitraums, in diesem Fall 10 Tage, zusammenführen, werden die meteorologischen Schwankungen teilweise ausgeglichen. Auf diese Weise können wir die Auswirkungen von Veränderungen, die auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind, beobachten.

"Unsere Atmosphärenchemie ist nicht geradlinig. Deshalb kann sich der prozentuale Konzentrationsrückgang vom Emissionsrückgang unterscheiden. Um die Emission auf Grundlage der Satellitenbeobachtungen zu quantifizieren, bedarf es Atmosphärenchemie-Modelle, welche die täglichen Wetterschwankungen berücksichtigen, in Kombination mit inversen Modellierungstechniken."

Das KNMI-Team kooperiert mit Wissenschaftlern weltweit im Rahmen einer umfassenden Analyse, um den Einfluss der Isolierungsmaßnahmen abzuschätzen. Zu diesem Zweck werden terrestrische Daten, Wetterdaten und inverse Modelle zur Interpretation der beobachteten Konzentrationen verwendet.

Henk erklärt weiter: "Um die Veränderungen der Emissionen durch den Verkehr und die Industrie quantitativ zu bestimmen, müssen wir die Tropomi-Daten des Copernicus-Satelliten Sentinel-5P mit Modellen der Atmosphärenchemie verbinden. Diese Untersuchungen haben bereits begonnen, werden aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen."

Beobachtet werden zudem weitere Länder in Nordeuropa, darunter die Niederlande und das Vereinigte Königreich, allerdings gibt es hier noch größere Schwankungen aufgrund wechselnder Wetterbedingungen. Weitere Messungen von dieser Woche sollen dazu beitragen, die Veränderungen des Stickstoffdioxids über Nordwesteuropa zu bewerten."

Claus Zehner, ESA-Missionsleiter des Copernicus-Sentinel-5P-Satelliten: "Die besonderen Eigenschaften des Copernicus-Sentinel-5P-Satelliten mit seiner im Vergleich zu anderen atmosphärischen Satellitenmissionen hohen räumlichen Auflösung und der genauen Fähigkeit, Spurengase zu beobachten, ermöglichen die Durchführung dieser einzigartigen Stickstoffdioxid-Konzentrationsmessungen vom Weltraum aus".

Josef Aschbacher, ESA-Direktor für das Erdbeobachtungsprogramm: "Die langfristige Zusammenarbeit zwischen ESA und KNMI ist sehr wertvoll und zeigt, wie wichtig ergänzende Analysen verschiedener Partnerorganisationen sind. Wir stellen fest, dass der Copernicus-Sentinel-5P-Satellit die beste Ausrüstung für die Überwachung von Stickstoffdioxid-Konzentrationen auf globaler Ebene ist."

 
 

Quelle: www.esa.int
 
 

 
 
               

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